Die Tiere und ihre Haltung

 

 

Allgemeines zu Alpakas:

Warnung: Schauen Sie einem Alpaka nicht zu lange in die Augen....Sie könnten sich verlieben!!!

Wer sich ernsthaft überlegt Alpakas anzuschaffen, muss wissen, dass es sich hierbei um Herdentiere handelt. Zwei Tiere sind absolutes Minimum! 

Alpakas sind inzwischen bei uns als landwirtschaftliche Nutztiere anerkannt.

 Wissenswertes:

Alpakas sind sehr widerstandsfähige Tiere. Ihre ursprüngliche Heimat sind die Anden. Sie haben eine Lebenserwartung von ca 20 Jahren. Sie erreichen eine Widerristhöhe von 80 bis 100 cm und ein Gewicht von 45 bis 65 kg. Hengste erreichen die Geschlechtsreife mit zwei bis zweieinhalb Jahren, Stuten mit ein bis eineinhalb Jahren. Sie haben keine Brunftzeit (das heisst, sie können zu jedem Zeitpunkt gedeckt werden). Jedoch sollten sinnvoller Weise Geburtstermine im Frühling oder Frühsommer liegen. Alpakas tragen in der Regel elfeinhalb Monate, in seltenen Fällen zwölf Monate. Mehrfachgeburten kommen so gut wie nicht vor. Die Geburt eines Fohlens erfolgt meist bei Tageslicht. Es wiegt zwischen vier und acht Kilo und sollte innerhalb von zwei Stunden stehen. Trinken die Fohlen nicht in ihren ersten Lebensstunden etwas von der ersten Milch (Kollostrahlmilch), so ist ihr Leben stark gefährdet. 

 

 

Charakter:

Anfänglich sind Alpakas etwas scheu. Sie werden jedoch mit der Zeit zutraulicher und ihre freundliche, offene, charmante und sehr neugierige Art wird offensichtlich. Alpakas sind sehr ruhige Tiere. Sie verständigen sich sowohl mit einer Reihe von Ohr-, Schwanz- und Körperstellungen, als auch mit einem schrillen Alarm- oder Angstlaut und durch arteigenes Summen. In der Regel sind sie jedoch lautlos, ruhig und schauen sich die Umwelt aufmerksam an.

Dank ihrer weichen, gepolsterten Füße (Schwielensohler) verursachen Alpakas, im Gegensatz zu anderem Weidenvieh, wenig Bodenschäden. Alpakas suchen zum Misten immer wieder die gleichen Stellen (Kotplatten) auf. Daher ist ihre innere Parasitenbürde geringer als bei den meisten anderen Tieren. Gegenüber Eindringlingen, von denen sie sich bedroht fühlen, schließt sich die Herde zusammen und vertreibt den Angreifer aus dem Revier.

Spucken ist ein natürliches Verhaltenschema dieser Tiere innerhalb der Herde. Sie setzen es ein, um die Rangordnung festzulegen und Jungtiere zu erziehen. Bereits gedeckte Stuten signalisieren so einem sich nähernden Hengst, dass sie bereits trächtig sind. Es dient auch zur Verteidigung des Futterplatzes. Bei richtiger Erziehung eines Tieres kann man nur durch Zufall in die 'Spucklinie' eines Alpakas geraten.

 

 

Pflegemaßnahmen:

Die Pflege von Alpakas ist im Allgemeinen wenig aufwendig. An erster Stelle steht die tägliche Beobachtung der Tiere. Wie bei allen Tierhaltern gilt auch bei Alpakahaltern: Je besser ich mein Tier kenne, desto eher fallen mir Veränderungen auf und ich kann gegebenenfalls eingreifen.

Alle zwei Monate sollten die Zehennägel kontrolliert und bei Bedarf gekürzt oder korrigiert werden. Dies kann mit einer Rosenschere geschehen.

Es kann vereinzelt vorkommen, dass die unteren Schneidezähne (oben besitzen sie eine Kauplatte) zu lang werden. In diesem Fall müssen die Zähne gekürzt werden.

Einmal jährlich muss der Tierbestand geimpft werden (Tetanus/Chlostridien). Ein Impfschutz gegen Tollwut ist nur in gefährdeten Bereichen notwendig. Drei bis vier mal im Jahr ist eine Wurmkur angebracht, je nach Präparat mit Spritze oder oral. Eine Gabe von Vitamin ADE ist ebenfalls zu empfehlen und eventuell (je nach Bodenbeschaffenheit) Selen.

Die jährliche Schur sollte im späten Frühjahr (April/Mai) vorgenommen werden, damit es im Sommer nicht zu einem Hitzestau kommen kann und in der kalten Jahreszeit bereits wieder Vlies vorhanden ist. Achtung: Direkt nach der Schur können Alpakas durch Regen oder Kälte frieren, oder einen Sonnenbrand bekommen! Nach ein paar Tagen haben sie sich an ihre Sommerkleidung gewöhnt.

Alpakas sind ziemlich unempfindlich gegen heimische Tierinfektionskrankheiten. Infektionen mit Maul- und Klauenseuche (MKS) sind zwar nicht auszuschließen, verlaufen aber sehr leicht. Alpakas sind als Überträger von MKS weitestgehend auszuschließen.

Ein weiterer Punkt: Die Hygiene

Einmal pro Woche sollte der Kot aus der Weide entfernt werden (kompostieren). Der Unterstand oder Stall, sowie die Sandkuhle o.ä. muss täglich gesäubert werden, sofern er eingekotet wird.

Meine tun es (bis jetzt) Gott sei Dank nicht!

Hat sich leider im Winter geändert! Bei viel Schnee, oder nach der Schur bei sehr windigem und nassem Wetter, wählen sie den einfacheren Weg!

 

 

Weideland und Zaun:

Alpakas grasen ihre Weide ganzjährig ab. Als ausreichende Weidefläche werden gesetzlich 1000 m2 für zwei erwachsene Tiere und 100 m2 für jedes weitere Tier veranschlagt. Ein Alpaka entspricht 0,08 Großvieheinheiten, das bedeutet 12 Tiere pro Hektar. Davon benötigt man die eine Hälfte als Weidefläche, die Andere wird zur Futtergewinnung verwendet. Die Weidefläche sollte durch ein Drahtgeflecht in einer Höhe von 130 cm umgeben sein.

Eine magere Weide ist gegenüber einer fetten Weide vorzuziehen.Durch in großen Mengen aufgenommene Proteine wird die Faserqualität verschlechtert.

Alpakas lieben es an Dornen und Gestrüpp zu knabbern - leider auch an jungen Obstbäumen (als Lippenbeißer beschädigen sie keine Rinde). Alter Baumbestand bleibt unbeachtet. Koniferen und giftiges Ziergehölz sollten sich nicht auf dem Alpaka Gelände befinden.

 

 

Fütterung:

Alpakas sind im Sommer mit Gras auf der Weide am Besten zufrieden zu stellen. Eine zusätzliche Gabe von Kraftfutter ist bei tragenden Zuchtstuten, Jungtieren und Hengsten im Deckeinsatz unter Umständen nötig. Dies sollte aber unbedingt kontrolliert zugefüttert werden, da viele Tiere schnell zu Übergewicht neigen. Dies kommt unter anderem daher, dass das Gras in unserer Region viel nahrhafter ist als in den Ursprungsregionen. Sind Tiere stark abgemagert, aus welchen Gründen auch immer, muß eventuell sehr rasch Zusatzfutter angeboten werden. Nicht immer sind Alpakas sofort von dieser Extra-Gabe begeistert. Bis zu einer Woche kann diese Gewöhnungsphase dauern (unsere Erfahrung). Danach sind sie in der Regel 'ganz scharf' darauf. Es empfiehlt sich also, sie zeitig mit Kraftfutter vertraut zu machen, um im Ernstfall bei raschem Handlungsbedarf nicht mit Ess-Verweigerern kämpfen zu müssen!

Heu muss Alpakas immer zur freien Verfügung angeboten werden. Das Rauhfutter hat eine besondere Bedeutung bei der Verdauung und ist deshalb unverzichtbar in der Fütterung. Besonders in den Wintermonaten ernähren sich Alpakas fast ausschließlich von Heu. Allerdings nutzen sie jede Gelegenheit, auf der Wiese noch schmackhaftes Grün zu finden. Des weiteren sollte Alpakas immer ausreichend frisches Wasser zur freien Verfügung stehen. Um eine ausreichende Mineralisierung zu erreichen, bietet man Alpakas Minerallecksteine an, an denen die Tiere selbst ihren Mineralstoffhaushalt regulieren können.

 

 

Unterstand - Stall:

Als Unterkunft fur Alpakas genügt ein Unterstand, der ihnen ein trockenes, zugfreies und schattiges Plätzchen bietet. Pro erwachsenem Tier müssen 2 m2 Platz vorhanden sein. Dies muß gewährleistet sein, da sonst rangniedrige Tiere außen vor bleiben könnten. Die Einrichtung einzelner Boxen (Krankheit, Geburt o.ä) von ca 6 m2 ist sinnvoll und praktisch. Zugfreie Belüftung und ausreichende Helligkeit sind wichtige Voraussetzung für die Haltung.

Wird ein Stall oder eine Scheune als Unterkunft verwendet, so wird Offenstallhaltung empfohlen, so dass die Tiere selbst wählen können, ob sie sich im Stall oder im Freien aufhalten wollen. Isolation für den Winter ist nicht notwendig, da Kälte den Tieren nichts ausmacht.Viel wichtiger ist der im Sommer jederzeit erreichbare Schattenplatz.

Eine reine Stallhaltung ist nicht erlaubt!!!