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Erster Aufzug: Thessalien und Kolchis
Einst hatte eine Mutter Angst um ihre beiden Kinder, die bei der bösen Stiefmutter aufwuchsen. Um sie zu retten schickte sie ihnen einen goldenen Widder, ein Geschenk des Götterboten Hermes, als Fluchthelfer. Leider stürzte die Tochter beim Flug auf dessen Rücken ab, so dass nur der Sohn in Kolchis bei dem asylgewährenden Koenig Aites ankam. Dort wurde er heimisch und heiratete die Königstochter, opferte den Widder den Göttern und schenkte das Vlies seinem Schwiegervater. Dieser nagelte das Vlies an eine heilige Eiche, ließ es von einem Drachen bewachen und hütete es wie seinen Augapfel. Das Orakel nämlich hatte dem Koenig einst geweissagt, sein Leben würde nur dauern, solange er im Besitz des goldenen Widderfelles bleibe.
...Ende des ersten Teils...
Zweiter Aufzug: Iolkos in Thessalien -> Kolchis -> Iolkos in Thessalien
Iason, ein Sohn königlichen Geblütes, der zur eigenen Sicherheit ins Exil geflüchtet wurde und dort von dem Kentaur Chiron erzogen und so in guter Heldenzucht aufwuchs, machte sich auf, beim Oheim Pelias seinen Anspruch auf den königlichen Thron zu erheben. Dieser, als Kind ausgesetzte, von einer Stute genährte und von Hirten Erzogene, schickte seinen Neffen, um ihn unschädlich zu machen, nach dem goldenen Vlies aus. Mit Hilfe der Götter wurde ein sprechendes Schiff, die Argo gebaut, ungefähr 50 Helden zur Mitreise gewonnen und in See gestochen. Nach unzähligen Irrfahrten, bestandenen Gefahren und vielen, vielen blut- und tränenreichen Abenteuern landete man in Kolchis.
Dort wurden mit Hilfe der schnell in den Anführer verliebten, zauberkundigen Königstochter Medea alle Herausforderungen und Prüfungen bestanden und mit Arglist, Täuschung und einem Heiratsversprechung das goldene Vlies vom wortbrüchigen Koenig geraubt und somit, letztendlich, dieses heldenreich errungen.
Bei der überstürzten Flucht waren abermals blut- und tränenreiche Abenteuer zu bewältigen, die in einem Brudermord gipfelten.
Bei der siegreichen Rückkehr nach Iolkos erfuhr Iason von der Ermordung seiner Eltern. Um sich zu rächen, ließ Iason seinen königlichen Oheim Pelias von dessen eigenen Töchtern, welche zuvor von Medea durch List und falsche Versprechungen getäuscht wurden, schlachten. Der Thron und die Krone wurden jedoch trotz alledem nicht errungen, der Vetter war schneller und hatte besser ausgeruhte und damit stärkere Verbündete.
Abermals musste Iason fliehen. Das goldene Vlies verlor sich in dem ganzen Durcheinander und wurde nie wieder erwähnt,
...doch das Drama hat noch kein Ende...
Dritter Aufzug: Korinth
Iason lebte mit seiner Gattin Medea, die ihm zwei bis drei Kinder schenkte, in Korinth. Während jener Zeit war Medea nicht nur um ihrer Schönheit willen, sondern auch wegen ihres edlen Sinnes und ihrer übrigen Vorzüge von ihrem Gatten geliebt und geehrt. Als aber später die Zeit die Reize ihrer Gestalt allmählich vertilgte, wurde Iason von der Schönheit der Tochter des Korintherkönigs Kreon, mit Namen Glauke, entzündet und betört. Er warb um die Hand der Jungfrau, einigte sich mit dem Vater auf einen Hochzeitstermin und bat seine Frau, freiwillig auf die Ehe zu verzichten.
Medea verfiel dem Wahnsinn. Die verhasste Nebenbuhlerin fand durch ein mit Zaubertränken vergiftetes Gewand einen schrecklichen Tod. Ihr Vater, vor Kummer rasend, folgte ihr durch eigene Hand. Medea erstach ihre eigenen Kinder und flüchtete auf einem mit Drachen bespannten, magischen Wagen durch die Lüfte. Der Held stürzte sich nun aus lauter Verzweiflung auf der Hausschwelle in sein eigenes Schwert.
...Ende der blutigen und glücklosen Geschichte... |
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